Fensterplatz

Kein Flash-Player vorhanden

 Adobe-Website
Frei im Fluss Vom mittelalterlichen Bremgarten (AG) bis zur Mündung in die Aare fliesst die sogenannte «freie Reuss». Sie bildet eine der urtümlichsten Flusslandschaften der Schweiz.

Wellenreiten in der Schweiz? Die Ausflügler staunen nicht schlecht, als sie Fabio Ricci auf dem Surfbrett in der Reuss tanzen sehen. Dass der Fluss hier, unterhalb von Bremgarten, überhaupt Wellen wirft, liegt am Scheitern einiger Politiker. In den 1950er-Jahren wollten sie den Fluss durch Staustufen schiffbar machen. Doch der Plan ging bachab. So fliesst die Reuss bis heute ungezähmt zwischen Vierwaldstätter See und Aare – bei viel Wasser so wild, dass sich bei Bremgarten eine «stehende Welle» auftürmt. An solchen Tagen quittiert Fabio Ricci früher als üblich seinen Job, klemmt das Surfbrett unter den Arm und macht sich hinunter zum Fluss. Lautlos gleitet er ins Wasser, und schon beginnt sein Wellenritt. «Im Meer endet jede Welle», sagt er während einer Pause, «hier rauscht sie endlos!»

57 Kilometer schlängelt sich die Reuss durch den Aargau, und jeder Meter ist einen Besuch wert. Auf dem Uferweg passieren Wanderer Auenwälder, Moorlandschaften und Flussläufe, die sich stellenweise tief in die Moränenlandschaft eingefressen haben. Kanada lässt grüssen! Und die Aargauer Dichterin Erika Burkart ebenfalls: «Dunkle Teiche, Bäche und Flüsse, das Wasser ist ein aargauisches Element», schrieb sie einmal. Wie recht sie hat. Bizarr geformte Baumstümpfe zeugen am Reussufer von der Anwesenheit des einst ausgestorbenen Bibers. Und wer im späten Frühjahr ein «Kiewit-Kiewit» hört, erblickt mit etwas Geduld vielleicht einen balzenden Kiebitz. Oder darf es etwas Tropisches sein? Rund um Pfingsten brütet der knallgelbe Pirol in den Auenwäldern des Reusstals, derweil Sibirische Schwertlilien in kühlem Blau erblühen. Und mittendrin fliesst seit Jahrtausenden die Reuss. Ihre Ruhe und Beständigkeit hat im Mittelalter Geistliche angezogen, die sich in den prächtigen Klosteranlagen Hermetschwil und Gnadenthal niederliessen, während weltliche Bürger den Fluss als Stadtgraben nutzten und die Mittelalterstädtchen Bremgarten und Mellingen gründeten. Es gibt also so viel zu entdecken, dass sich ein Ausflug ins Reusstal im wahrsten Sinne des Wortes in die Länge zieht. Gut, dass ein halbes Dutzend PostAuto-Linien des Tarifverbundes «A-Welle» das Tal erschliessen.

So führt die Schlussetappe – im Postauto oder auf dem Uferweg – nach Birmenstorf. Hier, im Gasthof zum Bären, soll das Reusstal seine kulinarische Würdigung erhalten. Ein Tomaten-Mozzarella-Salat mag heute Alltagskost sein, im «Bären» aber ist er ein Musterbeispiel für regionale Küche: Nicht weniger als acht verschiedene Tomatensorten landen auf dem Teller, und sie alle kommen aus dem Garten des preisgekrönten Kochs Harry Pfändler; den dazugehörigen Mozzarella stellt er aus Milch von Büffeln her, die am Reussufer weiden. Köstlich! Sogar den ersten Rotwein hat der Tausendsassa passend zum «Jahr des Weins» im Aargau selbst gekeltert – natürlich aus Birmenstorfer Trauben. So nächtigen seine Hotelgäste später mit dem Reusstal im Kopf und im Bauch.

Angebot: hauseigener Wein (0,5 l) gratis

Bei der Konsumation eines Hauptganges im Gasthof zum Bären in Birmenstorf (AG) erhalten Sie gegen Abgabe des Gutscheins und Vorweisen eines gültigen ÖVBilletts einen halben Liter «Erster Streich Birmenstorfer Auslese 2010» im Wert von CHF 33.00 gratis. Den Gutschein können Sie im Internet herunterladen und ausdrucken. Das Angebot ist gültig vom 1.4. bis zum 31.7.2012.

 Bildstrecke, Infos und Gutschein