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«Den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern?»
Hans-Rudolf Finger ist PostAuto-Fahrer und am 6. Dezember Samichlaus
Der 6. Dezember ist für mich immer ein besonderer Arbeitstag. Da streife ich mir einen roten Mantel über, setze eine Mütze auf und packe einen Sack voll Leckereien: Nüsse, Guetzli, Mandarinen. Denn am 6. Dezember chauffiert nicht Hans-Rudolf Finger das Postauto, sondern der Samichlaus.
Welch ein Spass! Einmal stieg ich zu Beginn meines Dienstes ─ bereits verkleidet ─ zu den wartenden Fahrgästen ein und fragte, ob dies das Postauto nach Hinterkappelen sei. «Ja, ja, aber der Fahrer fehlt?», rief ein Fahrgast. Ich erwiderte, dass ein Samichlaus keine Zeit zu verlieren habe ─ und schon setzte ich mich hinters Steuer und düste los. Die verblüfften Gesichter der Fahrgäste hätte ich fotografieren sollen!
Viele Menschen sind in der Vorweihnachtszeit gestresst. Vor allem ihnen möchte ich für einen Moment ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Besonders freuen sich natürlich die Kinder, aber auch ältere Menschen, Pendler und Freizeittouristen ─ erst recht, wenn ich noch ein kleines Geschenk aus dem Sack zaubere.
Einmal fuhr eine Kindergartengruppe von Detligen nach Radelfingen mit, die war total entzückt. Nur eins der Mädchen kam vor dem Ausstieg noch einmal zu mir nach vorne und schaute mich lange an. «Kann ich noch etwas für dich tun?», fragte ich. «Er ist zu kurz», erwiderte das Mädchen und zeigte auf meinen Bart. Seither lasse ich ihn schon ab Juli wachsen.


