Zugestiegen

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«In den Alpen hat der ÖV Vorrang»

Frank-Urs Müller, Zentralpräsident Schweizer Alpen-Club (SAC)

Herr Müller, der SAC ist mit 134000 Mitgliedern einer der grössten Vereine der Schweiz und wächst weiter. Was macht ihn so erfolgreich?

Einerseits ist der SAC ein Club mit Tradition: Wir feiern 2013 das 150-Jahr-Jubiläum. Andererseits sind wir offen für Neues: Klettern als Leistungssport zum Beispiel oder höhere Ansprüche beim Übernachtungskomfort in unseren Hütten. Das Wichtigste aber ist: Outdoor ist «in», und davon profitiert auch der SAC.

Der Erfolg bringt ökologische Probleme mit sich. Rund dreiviertel der SAC-Mitglieder wohnen in städtischen Gebieten und müssen weit fahren bis in die Berge.

Das ist richtig. Der ehemalige Präsident des Deutschen Alpenvereins hat einmal gesagt, Bergsport sei leider auch Motorsport. Allerdings sind in der Schweiz selbst abgelegene Bergregionen gut durch den ÖV erschlossen – nicht zuletzt dank PostAuto.

Was tut der SAC, um sein Leitbild eines ökologischen Bergsports bei den Mitgliedern durchzusetzen?

Um unseren Mitgliedern ihren ökologischen Fussabdruck zu veranschaulichen, zeigen wir bei Tourenbeschreibungen in unserer Clubzeitschrift «Die Alpen» eine Tabelle, die CO2-Emissionen bei Anreise mit Auto und ÖV vergleicht. Wir empfehlen wo immer möglich die Anreise mit dem ÖV.

SAC und PostAuto sind Partner der IG «bus alpin», die abgelegene Alpendestinationen durch den ÖV erschliessen will. Nimmt man da der Natur nicht die letzten Ruhezonen?

Wo schon Erschliessungen vorhanden sind, macht es Sinn, den Alpinisten öffentliche Transportmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Unerschlossene Gebiete aber sollten wir vom motorisierten Verkehr verschonen.

Haben Sie postgelbe Träume für die Zukunft?

Nach meiner Pensionierung würde ich gern ein altes Postauto zum Wohnmobil umbauen. Natürlich mit Originallack!

Frank-Urs Müller (53) aus Solothurn ist Zentralpräsident des Schweizer Alpen-Club (SAC) und arbeitet als Oberrichter am Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn.