Etappe: Göschenen─Gadmen

PostAuto-Fahrt Göschenen, Bahnhof–Färnigen (16 Min.) Wanderung Färnigen─Gadmen: 5 Std. 45 Min., 18 km Vom Militär argwöhnisch beachtet, vom Tourismus erschlossen.

Übersicht

Nach der PostAuto-Fahrt durchs verkehrsreiche Reusstal und wildromantische Meiental, vorbei an der früheren Festung der Meienschanze, folgt man ab Färnigen zu Fuss der Meienreuss. Auf dem historischen Saumpfad erklimmt die ViaPostaAlpina den Sustenpass. Während das Postauto an der nördlichen Talflanke auf der Panorama-Strasse der 1940er Jahre fährt, folgt der Wanderer dem alten Saumweg im Tal. Als Belohnung für den letzten und steilen Anstieg von der Alp Susten auf die Passhöhe findet der Reisende reiche Spuren der alten Wege. Es ist auf dem Herzstück der 1811er Strasse unterwegs. Herausragende Merkmale sind die vielen Trockenmauern, steinernen Querabschläge (Entwässerungsrinnen) und Tombini (Wasserdurchlässe). Der Höhepunkt bildet der gute erhaltene Damm mit trocken geschichteten Mauern bis zu zwei Metern Höhe

Mit etwas Glück kann man Gämsen und Steinböcke erspähen. Auch Schnee- und Birkhuhnpopulationen sind hier zuhause. Beim Abstieg eröffnet sich der weite Blick auf den Steisee und durchquert eine alpine Rundhöcker-Moorlandschaft. Die Moore liegen auf Terrassen, in Senken und Tälchen zwischen den vom einstigen Gletschereis glattgeschliffenen Rundhöckern. Bergbäche verbinden die Moore mit kleinen Seen. Nach dem Bergsteigerzentrum des Steingletschers folgt der Weg dem Wyssmadhubel entlang dem Steiwasser zu. Nach dem Feldmooshubel wechselt die Landschaft und das liebeliche Tal von Gadmen öffnet sich.

Tipps und Extras

Meienschanze

Der Susten war ein militärisch bedeutender Übergang: Zum Schutz des Kantons Uri errichtete ein Schüler des berühmten Festungsbauers Vauban die Meienschanze. Sie bewährte sich 1712 im Villmergerkrieg und 1799 in den Kämpfen der Franzosen gegen die Österreicher.

Die Sustenstrasse von 1811

Der Aufstieg von der Alp Susten auf die Sustenpasshöhe ist das Herzstück der 1811er Strasse. Herausragende Merkmale sind die vielen Trockenmauern, steinernen Querabschläge (Entwässerungsrinnen) und Tombini (Wasserdurchlässe).

Chli Chelen

Das letzte Stück der 1811er Strasse bis auf die Passhöhe bildet den Höhepunkt des Aufstiegs. Um eine gleichmässige Steigung zu erhalten wurde das Trassee erhöht gebaut und auf einen Damm gelegt. Die trocken geschichteten Mauern sind 0.5 – 2 m hoch.

Himmelrank-Böschung

Was zwischen dem Hotel Steingletscher und dem Himmelrank aussieht wie eine Geröllhalde ist in Wirklichkeit eine mächtige Böschungsmauer. Die trocken geschichteten, in den Hang hinein gelegten Steine ergeben stabile, schräg abgestützte Mauer.

Polendenkmal

Bei Jungholz erinnert über einem Rastplatz mit Brunnen eine Bronzetafel in polnischer und französischer Sprache daran, dass auch polnische Internierte beim Bau der Sustenstrasse mitgearbeitet haben.

Sustenpass

Um den Anschluss Berns über den Gotthard an den Süden zu gewährleisten, wurde 1811 der Bau einer Communicationsstrasse begonnen. Es war die zweite alpenquerende Kunststrasse. Die heutige Passstrasse stammt aus den 1940er Jahren und wurde als Panoramastrasse gebaut und gezielt in die Landschaft integriert.