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«Gelbes Posthörnli»: Wenn Liebe durch den Magen geht

Diese Geschichte beginnt im Gemüsegarten. Zwischen Hunderten alter Gemüsesorten wächst eine, die PostAuto-Fans sofort ins Auge sticht: Die Bohne «Gelbes Posthörnli». Mit ihren sichelförmigen, leuchtend gelben Hülsen erinnert sie tatsächlich an das legendäre Posthorn – und trägt diesen Namen seit über 100 Jahren.

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Wer der Bohne ihren klingenden Namen gegeben hat, weiss heute niemand mehr. Klar ist aber: Der Name hat sich durchgesetzt. Das «Gelbe Posthörnli» taucht über Jahrzehnte in zahlreichen Gemüsekatalogen auf und ist in der Datenbank des Bundes vielfach dokumentiert. Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1919 – die Sorte dürfte also schon seit über 100 Jahren Gärten und Teller bereichern.

Für uns ist das natürlich ein besonderer Grund zur Freude: Schliesslich kommt es nicht alle Tage vor, dass eine Gemüsesorte an PostAuto erinnert.

Von Mutter zu Tochter

Dass das Gelbe Posthörnli bis heute existiert, ist kein Zufall. Die Stiftung ProSpecieRara setzt sich dafür ein, alte Gemüse-, Obst- und Getreidesorten vor dem Verschwinden zu bewahren. In ihrer Sammlung befinden sich 1224 Gemüsesorten und 2481 Obstsorten. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt bei den Bohnen: 238 verschiedene Bohnensorten werden in der Samenbibliothek erhalten und regelmässig angebaut, damit frisches Saatgut gewonnen werden kann. Früher wurden Bohnensamen oft von Mutter zu Tochter weitergegeben. So entstanden über Generationen unzählige regionale Sorten – jede mit ihrer eigenen Geschichte.

Mehr als nur hübsch anzusehen

Das Gelbe Posthörnli überzeugt nicht nur mit seinem Namen. Jung geerntet ist die Bohne besonders zart, fadenlos und aromatisch. Die leuchtend gelben Hülsen bringen Farbe auf den Teller und eignen sich als Gemüse oder Salat. Auch die Kerne lassen sich vielseitig verwenden – etwa in Suppen, Salaten oder als Gemüse. Sowohl Hülsen als auch Kerne können eingefroren oder getrocknet werden.

Ein hübsches Detail zeigt sich erst bei reifen Bohnen: Im Innern sitzen rotviolett gesprenkelte Samen, die durch die gelben Hülsen hindurchschimmern – ein schöner Kontrast zur auffälligen Schotenfarbe.

Nicht die einzige originelle Sorte

Das Gelbe Posthörnli hat sogar einen grünen Verwandten, das «Grüne Posthörnli». Diese Bohne ist allerdings deutlich seltener und wird häufiger unter dem Namen «Luzerner Marktbohne» geführt. Angesichts der Elektrifizierung der Postautos passt es aber auch bestens!

Es gibt weitere alten Sortennamen, die eine Hommage an die Zeitgeschichte sind. So gibt es beispielsweise die Ringelblume «Radio», die an die Erfindung des Radios erinnert, die Birne «Schweizer Hose» oder den Schlafmohn «Schweizerkreuz», dessen Blüte tatsächlich ein Schweizerkreuz erkennen lässt.

Lust bekommen?

Wer selbst einmal ein Gelbes Posthörnli anbauen möchte, kann die Sorte als Gönnerin oder Gönner von ProSpecieRara über den SortenfinderTarget not accessible beziehen. Zudem ist Saatgut unter anderem bei Zollinger Bio erhältlich.

Ob auf der Strasse oder im Garten: Das Gelbe Posthörnli zeigt, dass Schweizer Tradition manchmal an den schönsten Orten weiterlebt. Wir freuen uns über eine Bohne als Namensvetterin, die seit über einem Jahrhundert Freude bereitet.

Bild: Beat Brechbühl, Franca Pedrazzetti

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