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Kevin Kieffer und Redon Cacaj beeindrucken mit Mut und Können

Die Aargauer Kevin Kieffer (29) und Redon Cacaj (20) sind echte Helden. Ende 2024 kam es in Koblenz zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem PW und einem Postauto. Mit ihrem mutigen und kompetenten Einsatz konnten die beiden Helfer Schlimmeres verhindern. Sie wurden für den Prix Courage nominiert und jetzt auch in einer TV-Sendung geehrt. Wie geht es ihnen und unserem Fahrer Max Flückiger (61) heute?

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An der Verleihung des Prix Courage 2025: Redon Cacaj (3. von rechts) und Kevin Kieffer (2. von rechts).
An der Verleihung des Prix Courage 2025: Redon Cacaj (3. von rechts) und Kevin Kieffer (2. von rechts).

Am 26. November 2024 um 13:30 Uhr geriet ein junger Autofahrer bei Koblenz AG mit seinem Peugeot auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal mit einem Postauto zusammen. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte das Postauto den Hang hinunter und drohte, in die Aare abzurutschen. Nur ein paar Büsche stützten das schwere Fahrzeug. PostAuto-Fahrer Max Flückiger und acht Fahrgäste, darunter vier Kinder, wurden im Fahrzeug eingeklemmt. Der Heizungsmonteur Kevin Kieffer aus Würenlingen und sein Lernender Redon Cacaj waren beruflich unterwegs, als sie an der Unfallstelle vorbeikamen. Ihnen bot sich ein schreckliches Bild: Verletzte Personen im PW, gefährdete Fahrgäste im Postauto.

Kevin und Redon handelten sofort: Mit grossem Mut und Können leisteten sie erste Hilfe, sicherten das Postauto, schlugen die Scheiben ein, befreiten Verletzte und konnten damit Schlimmeres verhindern. Für Sektorenleiter Hansjörg Hunziker und die Kommunikation PostAuto war klar: Dieser entschlossene und selbstlose Einsatz hat eine Nomination für den Prix Courage 2025 verdient. Das sah auch die Jury so – so dass Kevin und Redon am Finale mit sechs Nominierten teilnahmen.

Auf dem Podest

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Unfall, am 25. November 2025, fand die Verleihung des Prix Courage statt. Gewonnen hat ihn schliesslich Mahbube Ibrahimi, die ein Bildungsangebot für ihre unterdrückten Landsfrauen in Afghanistan aufbaut. Redon und Kevin schafften es in die engere Wahl. «Mit dem Prix Courage werden Menschen ausgezeichnet, die inspirieren, die durch unerschrockenes Handeln und mutige Taten beeindrucken. Alle Nominierten sind solche Menschen. Herzliche Gratulation an alle», so Eveline Widmer-Schlumpf, Jury-Präsidentin und ehemalige Bundesrätin in ihrer Laudatio.

Im TV-Studio

Zum Jahresende wurde der mutige Einsatz von Kevin Kieffer und Redon Cacaj ein weiteres Mal geehrt. Die beiden Retter waren in der SRF-Sendung «Gredig direkt – Menschen 2025» zu Gast. Zusammen mit Politiker:nnen, Stars und weiteren Menschen hinter den Schlagzeilen. Darunter Hazel Brugger, Emil, Nemo, Bundesrat Martin Pfister, Nationalratspräsidentin Maja Riniker, SRF-Nahostkorrespondentin Anita Bünter und der Gemeindepräsident von Blatten, Matthias Bellwald.

In der Feuerwehr

Dank dem Prix Courage blicken Kevin Kieffer und sein Lernender Redon Cacaj auf ein ereignisreiches Jahr zurück. «An den Events waren wir zwei Handwerker, umgeben von Prominenten. Da waren wir schon etwas nervös – und gleichzeitig stolz», sagt Kevin. Er und Redon hoffen, mit ihrer Präsenz in der Öffentlichkeit auch anderen Mut zu machen, Zivilcourage zu zeigen.

Wenn sie heute als Heizungsmonteure mit dem Auto unterwegs sind, fahren sie regelmässig an der Unfallstelle zwischen Koblenz und Leuggern vorbei. An das schreckliche Szenario vom Nachmittag des 26. Novembers 2024 erinnert sich Kevin noch, als liege es erst eine Woche zurück. Dass sie als Lehrmeister und Lernender gleichzeitig den Schalter umgelegt und koordiniert gehandelt haben, hat sie zusammengeschweisst. «Seither habe ich mehr Geduld mit Redon, wenn er etwas Neues lernen muss. Ich habe Vertrauen in ihn», sagt Lehrmeister Kevin.

Noch auf der Heimfahrt mach dem Unfall beschloss Kevin Kieffer, der Ortsfeuerwehr von Würenlingen beizutreten. Am 1. Januar 2026 wurde er als Mitglied aufgenommen und durchläuft nun ein Jahr lang die entsprechenden Kurse. Zu den häufigsten Einsätzen der Feuerwehr gehören Verkehrsunfälle.

Ans Steuerrad geklammert

Nach der Kollision mit dem Peugeot raste das Postauto auf einen grossen Baum zu. «Ich dachte, nun sei mein Ende gekommen», erzählt PostAuto-Fahrer Max Flückiger. Doch statt am Baum zu zerschellen, rutschte das Postauto das Aarebord hinunter und wurde dort von Büschen gestoppt. Max war auf dem Fahrersitz eingeklemmt und klammerte sich in dieser Schräglage ans Steuer. Hinten im Postauto hörte er laute Schreie. «Irgendwie schaffte ich es, den Notfallknopf zu drücken und das Pikett über den Unfall zu informieren.» Er selber konnte sich nicht bewegen und war sehr erleichtert, als er die beiden Helfer sah. Später stellte sich heraus, dass sein linker Fuss mehrfach gebrochen war, er konnte zwei Monate lang nicht mehr arbeiten. Heute geht es Max Flückiger wieder gut, er sagt: «Ich finde es toll und sehr verdient, dass die beiden für den Prix Courage nominiert waren.»

Wir danken Kevin Kieffer und Redon Cacaj nochmals von Herzen für ihre grosse Zivilcourage und wünschen ihnen alles Gute und weiterhin viel Mut!

Videoportrait mit Kevin und RedonTarget not accessible

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