News
Das 200. E-Postauto ist auf der Strasse
Vor kurzem hat PostAuto eine wichtige Marke erreicht: Im Frühling 2026 nahm das öV-Unternehmen in Balsthal (SO) das 200. Elektropostauto in Betrieb. Noch in diesem Jahr wird jedes zehnte der 2400 Postautos in der Schweiz fossilfrei unterwegs sein. Für die Umstellung hin zu alternativen Antrieben sprechen zunehmend auch ökonomische Gründe.
Inhaltsbereich
Inhaltsbereich
Begonnen hatte alles am 30. November 2016 in Saas-Fee: PostAuto präsentierte den Medien seine ersten zwei Batteriebusse. Mit diesen Fahrzeugen konnten die Wintersportler damals vom Bus-Terminal zur Bergbahn fahren. Weil Saas-Fee ein Ferienort ohne benzinbetriebene Fahrzeuge ist, passten die Elektropostautos bestens zum Dorf. Doch die Technik war vor 10 Jahren noch neu und hatte ihre Schwächen: Auf der Rückfahrt von der Bergbahn zum Bus-Terminal mussten die Fahrer mit etwas Schwung in die Steigung bei der Jugendherberge fahren, um diese zu schaffen.
Auch in den Bergen
Seither ist viel passiert in Sachen E-Mobilität. Steigungen wie in Saas-Fee sind für die heutigen Batteriebus-Modelle keine Herausforderung mehr. Die Flotte von Elektropostautos im Saastal ist deutlich grösser geworden, und auch in anderen Bergregionen gibt es nun fossilfreie Postautos. Damit ist das Vorurteil widerlegt, wonach in den Bergen keine Batteriebusse fahren können.
Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren
Von Interlaken bis Winkel (ZH) und von Sion bis Bellinzona: PostAuto setzt Batteriebusse bereits in der ganzen Schweiz ein. Die grössten Standorte sind zurzeit Sion (20 Fahrzeuge), Oberbüren (16 Fahrzeuge) und Affoltern am Albis (13 Fahrzeuge). Dass Elektropostautos heute in der ganzen Schweiz zum Normalfall geworden sind, ist das Resultat von konsequentem Handeln und dem kontinuierlichen Aufbau von Know-how beim Personal. Damit die Inbetriebnahme von neuen Batteriebussen gelingt, müssen drei Rädchen ineinandergreifen:
- Fahrzeuge: Die neuen Batteriebusse auf dem Markt sind qualitativ sehr gut und zuverlässig im täglichen Betrieb. Die grossen Bus-Hersteller haben auf die steigende Nachfrage reagiert und investieren massiv in die Entwicklung ihrer Batteriebusse. Das zeigte sich im Juni 2026 eindrücklich an der an der diesjährigen BUS 26 in Thun, der alle zwei Jahre stattfindenden Bustagung des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV): Sämtliche ausgestellten Modelle waren E-Fahrzeuge, Dieselbusse suchte man vergeblich.
- Infrastruktur: Ein E-Bus kann nur fahren, wenn die Batterien geladen sind. Dafür braucht es die entsprechende Ladeinfrastruktur, die sich nicht einfach von heute auf morgen errichten lässt. Von der ersten Idee zum Bau einer Anlage bis zur Inbetriebnahme können bis zu zwei Jahre vergehen. Bei der Post kümmern sich Fachleute um den Aufbau der Ladeinfrastruktur - sowohl für die Postautos wie auch für die elektrisch betriebenen Zustellfahrzeuge. Die Spezialisten der Post meistern dabei das herausfordernde Zusammenspiel von Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement, damit jedes E-Fahrzeug an jeder Ladesäule zum optimalen Zeitpunkt geladen werden kann.
- Finanzierung: PostAuto betreibt regionalen Personenverkehr, den die Kantone bestellen und mitfinanzieren. Ohne finanzielle Beteiligung der Kantone (und des Bundes) an den aktuell noch vorhandenen Mehrkosten für die E-Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur lässt sich die Transformation der Flotte nicht umsetzen. Bei den Kantonen gibt es unterschiedliche Geschwindigkeiten in Bezug auf die E-Mobilität und zunehmend knappe Finanzen. Sobald der Betrieb von Diesel- und Elektrobus gleich viel kostet, dürfte dies auch Einfluss auf die Finanzierung der E-Mobilität im öV haben. Die Aufhebung der Mineralsteuerrückerstattung im regionalen Personenverkehr ab dem 1. Januar 2027 wird diesen Prozess beschleunigen.
Zunehmend auch ökonomische Gründe
Mittelfristig wird die E-Mobilität auch im regionalen Personenverkehr günstiger sein als der Einsatz von fossil betriebenen Fahrzeugen. Erste Erfahrungen der Post mit elektrisch betriebenen Zustellfahrzeugen bestätigen diese Annahme. Diese fahren heute schon günstiger als ihre Diesel-Pendants. PostAuto geht deshalb den Weg der Transformation seiner Flotte hin zu fossilfreien Antrieben konsequent weiter.
Und schliesslich geht es bei der Einführung von Elektrobussen auch um Menschen: Anwohner, Fahrgäste und Fahrpersonal profitieren gleichermassen von den neuen Batteriepostautos. Denn die E-Postautos sind nicht nur schadstoffarm, sondern auch ruhiger – sowohl in der Fahrweise wie auch in Bezug auf die Motorengeräusche. Das merken die Fahrgäste und die Anwohnerinnen und Anwohner von PostAuto-Linien. Auch die Fahrerinnen und Fahrer profitieren vom Umstieg, wenn sie am Steuer von leistungsfähigen und ruhigeren Postautos sitzen.